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Ein Open-Air wie aus dem Bilderbuch
Erste Allgemeine Verunsicherung bot im Prielhof tolles Showprogramm
Pfaffenhofen. Ein Open-Air-Konzert wie aus dem Bilderbuch
ging am Sonntagabend im altehrwürdigen Scheyerer Prielhof
über die Bühne. Es stimmte einfach alles: Das Wetter
mit hochsommerlich warmen Temperaturen, die tolle Atmosphäre
im Scheyerer Klostergut und natürlich die mitreißende
Show, die die "Erste Allgemeine Verunsicherung"
auf der großen Bühne hinlegte. Und nicht zuletzt
das begeisterte Publikum, das sich - quer durch alle Altersgruppen
- von der ersten Minute an von EAV-Frontman Klaus Eberhartinger
"an die Hand nehmen" ließ und rund eineinhalb
Stunden lang begeistert mitging.
Über 20 Jahre alt, aber kein bisschen leise, präsentierte
sich die Formation gleich zu Beginn des Abends mit ihrer leicht
hinterfotzigen "TV holy Selevision" und riss ihre
Fans, die sogar bis aus der Schweiz angereist waren, mit einer
gekonnten Mixtur aus Medleys ihrer alten Hits und kabarettreifen
Einlagen von den nicht vorhandenen Stühlen. "Der
Wein von Mykonos" gehörte dabei an diesem schönen
Sommerabend ebenso auf die musikalische Speisekarte wie "Heiße
Nächte in Palermo", oder die "Drei weißen
Tauben", eine Hommage an die "gnadenlose Verfolgung
der Tierversuchs-Lobby", bei der die Menge begeistert
in das "Gukurukuku" mit einstimmte.
Offensichtlich ein bisschen nachblondiert und unübersehbar
ein paar Jahre älter geworden, hat Conferencier und Leadsänger
Klaus Eberhartinger nichts von seinem Sprachwitz verloren,
mit dem er das verrückt-verrockte Comedy-Kollektiv aus
Graz durch eine Kabarett-Show der Spitzenklasse manövrierte.
In Windeseile verwandelten sich die Ensemblemitglieder, von
ihm als "Dieter Thomas Schleck" durch den "Schlagerhimmel"
moderiert, in Elton John oder Herbert Grönemeyer, und
persiflierten im "Rock-Sanatorium" den "Ba-Ba-Bandscheibenvorfall",
bevor sie sich wieder "heim, ins Altenheim nach Fürstenfeld"
sehnten.
"Finito Concerto - es ist vorbei" hieß es
erstmals nach einer guten Stunde mit Andrea Bocellis persifliertem
"Time to say goodbye", bevor noch einmal "Ali
Rhabarber und seine 40 Räuber" aus ihrer Höhle
gezerrt wurden und mit "Küß die Hand schöne
Frau" das Ende des Abends nahen sollte.
Weit gefehlt, denn mit riesigem Applaus zögerten die
mindestens 1500 "EAV"-Fans den Abschied von ihren
Stars noch hinaus, die erst nach zwei weiteren Zugaben - darunter
auch der legendäre "Märchenprinz" - zum
Weißbierglas greifen und die Bühne verlassen durften.
Auch wenn sich ein Teil der Besucher über ein "Mehr"
an alten Hits gefreut hätte, war es alles in allem ein
äußert gelungener Abend, der - wie von allen befragten
Gästen zu vernehmen war - "sein Geld wert gewesen
ist". Zufrieden zeigte sich auch Veranstalter Karl Käser,
der am nächsten Tag noch lange mit dem Aufräumen
des Prielhofes beschäftigt war, über den reibungslosen
Ablauf des Abends.
Dass sie voll hinter ihrem Motto "In Blues We Trust"
stehen, hatte vorab die Vorgruppe "Biscuits &
Blues" unter Beweis gestellt, die eine zwar kurze
aber eindrucksvolle Kostprobe ihres breitgefächerten
Repertoires boten. Vor allem die aus der Gospelszene stammende
Leadsängerin Johanna Kastner aus Scheyern, die "nie
daran gedacht hat, einmal im Prielhof zu singen", brillierte
hier einmal mehr mit ihrer ausdrucksstarken "schwarzen"
Stimme.
Helga Foerster
Pfaffenhofener Kurier, 31.07.01
Fotograf: Alt/Foerster/Hailer
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